Ästhetische Behandlung in Heidelberg: Was Sie vor dem ersten Termin wissen sollten

Ärztliches Beratungsgespräch mit einer Patientin bei Bodywise Heidelberg

Mimik, Volumen und Hautqualität werfen bei der ärztlichen Untersuchung unterschiedliche Fragen auf. Dieser Beitrag erklärt die dabei verwendeten Begriffe, die Grenzen der beschriebenen Verfahren und ihre Risiken. Er ist keine Empfehlung, eine bestimmte Behandlung auszuwählen.

Vor einem Termin müssen Sie sich deshalb noch nicht für ein Präparat entscheiden. Hilfreicher ist eine konkrete Beschreibung: Stört Sie eine Falte beim Lächeln, eine veränderte Lippenkontur oder eine fein gefältelte Hautoberfläche? Aus solchen Beobachtungen ergeben sich unterschiedliche Fragen für die ärztliche Untersuchung.

Mimik, Volumen und Hautqualität sind verschiedene Anliegen

Eine Linie, die beim Zusammenziehen der Augenbrauen deutlicher wird, hängt mit Muskelaktivität zusammen. Eine veränderte Gesichtskontur kann dagegen das darunterliegende Gewebe betreffen. Mit Hautqualität sind unter anderem Feuchtigkeit, Elastizität und Oberflächenstruktur gemeint. Mehrere Veränderungen können gleichzeitig vorliegen; daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass mehrere Behandlungen nötig sind. [1], [3], [4]

BegriffWas dahinterstehtWofür er eine Rolle spielt
BotulinumtoxinArzneilicher WirkstoffVorübergehende Verringerung bestimmter Muskelaktivität
Hyaluronsäure-FillerInjizierbares Gel aus einer Gruppe von FüllmaterialienVolumen und Konturen; je nach Produkt auch bestimmte Falten
PolynukleotideAufbereitete Ketten aus Nukleinsäure-BausteinenUntersuchter Ansatz zur Verbesserung bestimmter Merkmale der Hautqualität

Die Übersicht dient der Orientierung. Sie lässt sich nicht als Selbsttest dafür verwenden, welches Verfahren bei Ihnen geeignet ist.

Botulinumtoxin: Was der Wirkstoff mit Mimik zu tun hat

Botulinumtoxin Typ A ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff. Er hemmt vorübergehend die Freisetzung des Botenstoffs Acetylcholin an den Nervenendigungen, die einen Muskel aktivieren. Der behandelte Muskel zieht sich dadurch weniger stark zusammen. Der Stoff füllt keine Falte auf und ersetzt kein verloren gegangenes Volumen. [1]

In der ästhetischen Medizin wird er bei bestimmten mimischen Gesichtsfalten eingesetzt, etwa zwischen den Augenbrauen, an der Stirn oder seitlich der Augen. Welche Anwendung zugelassen ist und unter welchen Voraussetzungen, hängt vom konkreten Arzneimittel ab. Eine Anwendung außerhalb seiner Zulassung wird als Off-Label-Use bezeichnet und erfordert eine gesonderte ärztliche Einordnung. [1]

Der Effekt entsteht nicht sofort. Er entwickelt sich in den Tagen nach der Behandlung und hält häufig etwa drei bis vier Monate an. Das ist eine Orientierung, keine Zusage für den Einzelfall. Wie deutlich sich die Mimik verändert, hängt unter anderem von Behandlungsregion, Dosierung und Ausgangsbefund ab. [2]

Mögliche Nebenwirkungen sind Blutergüsse, Kopfschmerzen, Asymmetrien oder eine vorübergehende Schwäche benachbarter Muskeln, etwa mit einem abgesunkenen Lid. Seltene schwere Beschwerden wie Schluck-, Sprech- oder Atemstörungen müssen sofort medizinisch abgeklärt werden. [1], [2]

Hyaluronsäure und Filler: Warum die Begriffe nicht dasselbe bedeuten

Hyaluronsäure kommt natürlicherweise im Körper vor und bindet Wasser. Für eine Unterspritzung wird sie als aufbereitetes Gel verwendet. Eigenschaften wie Vernetzung und Festigkeit beeinflussen, wie sich ein Präparat im Gewebe verhält. Das ist etwas anderes als Hyaluronsäure in einer Pflegecreme. [3]

Filler ist der Oberbegriff für injizierbare Füllmaterialien. Ein Hyaluronsäure-Filler ist eine Variante davon; nicht jeder Filler besteht aus Hyaluronsäure. Solche Gele können beispielsweise bei ausgewählten Volumendefiziten an Wangen oder Lippen und bei bestimmten Konturveränderungen eingesetzt werden. Welches Material an welcher Stelle infrage kommt, muss individuell beurteilt werden. [3]

Ein erster Volumeneffekt kann früh sichtbar sein. Direkt nach der Behandlung beeinflussen Schwellungen jedoch das Erscheinungsbild. Auch die Haltbarkeit ist nicht bei jedem Produkt und jeder Region gleich. Eine Milliliterangabe beschreibt die Materialmenge, nicht das erreichbare Ergebnis. [3], [5]

Informationen zum ärztlichen Vorgehen finden Sie auf der Seite zur Fillerbehandlung mit Hyaluronsäure bei Bodywise.

Polynukleotide: Was hinter dem langen Namen steckt

Polynukleotide, kurz PN, bestehen aus vielen miteinander verbundenen Nukleotiden. Das sind Bausteine von Nukleinsäuren wie DNA. In ästhetischen Präparaten werden aufbereitete DNA-Fragmente verwendet, häufig aus Fischgewebe. Es werden dabei keine lebenden Stammzellen injiziert. Herkunft und Zusammensetzung des konkreten Produkts gehören in die Aufklärung, gerade bei bekannten Allergien. [6]

PN-Präparate werden vor allem im Hinblick auf Hautfeuchtigkeit, Elastizität, feine Linien und Hautstruktur untersucht. Sie sind weder ein gleichwertiger Ersatz für eine gezielte Muskelbehandlung noch automatisch ein Mittel für ausgeprägten Volumenaufbau. Begriffe wie „Regeneration“ sagen allein wenig darüber aus, welche sichtbare Veränderung bei einem bestimmten Menschen zu erwarten ist. [6]

Was die Studien tatsächlich zeigen

Eine kleine randomisierte Studie mit 27 Personen verglich Polynukleotide mit nicht vernetzter Hyaluronsäure in der Augenregion. Beide Gesichtshälften wurden mit unterschiedlichen Präparaten behandelt. Einige Messwerte entwickelten sich zugunsten der Polynukleotide. Ein solcher Vergleich liefert Hinweise, beantwortet aber nicht, wie jedes verfügbare PN-Produkt langfristig wirkt oder wie es sich in anderen Gesichtsregionen verhält. [7]

Eine systematische Übersichtsarbeit aus 2025 berücksichtigte neun Studien mit insgesamt 219 Personen und bewertete deren Qualität als niedrig bis moderat. Die bisherigen Ergebnisse sind daher kein Beleg für eine verlässlich eintretende „Hauterneuerung“. Behandlungspläne, Präparate und untersuchte Regionen unterscheiden sich; robuste Aussagen zur optimalen Anwendung und langfristigen Sicherheit bleiben begrenzt. [6]

Und was ist ein Skinbooster?

„Skinbooster“ bezeichnet kein einzelnes Arzneimittel und keine einheitliche Rezeptur. Gemeint sind häufig Injektionsbehandlungen, die Hautfeuchtigkeit oder Oberflächenstruktur verbessern sollen. Dabei können bestimmte Hyaluronsäuregele verwendet werden. Das Ziel unterscheidet sich vom Aufbau ausgeprägter Konturen, obwohl in beiden Fällen Hyaluronsäure enthalten sein kann.

Für einzelne Produkte gibt es kontrollierte Studien, beispielsweise zu Hautglätte und feinen Linien an den Wangen. Solche Ergebnisse gelten zunächst für das untersuchte Präparat und das untersuchte Vorgehen. Sie lassen sich nicht pauschal auf alles übertragen, was als Skinbooster bezeichnet wird. [4]

Fragen Sie deshalb nach dem konkreten Produkt und dem vorgesehenen Ziel. Die Antwort „für die Hautqualität“ sollte im Gespräch genauer werden: Geht es um Feuchtigkeit, Oberflächenstruktur oder eine andere nachvollziehbar beschriebene Veränderung?

Hyaluronidase: Ein Begriff für die Korrektur

Hyaluronidase ist ein Enzym, das Hyaluronsäure abbaut. In der ästhetischen Medizin kann es eingesetzt werden, wenn ein Hyaluronsäure-Filler aus medizinischen oder ästhetischen Gründen aufgelöst werden soll. Auch bei bestimmten Fillerkomplikationen kann es Teil der ärztlichen Notfallbehandlung sein. Andere Füllmaterialien lassen sich damit nicht einfach entfernen. [8]

Daraus folgt kein verlässlicher „Rückgängig-Knopf“. Der Verlauf hängt unter anderem von Material und Befund ab; die Behandlung hat eigene Risiken, darunter allergische Reaktionen. Nicht jede Unebenheit muss aufgelöst werden. Zunächst ist zu klären, ob beispielsweise Schwellung, eine Entzündungsreaktion oder tatsächlich ein unerwünschtes Fillerdepot vorliegt. [5], [8]

Exosomen sind keine Polynukleotide

Exosomen sind winzige, von Zellen abgegebene Vesikel, also membranumhüllte Partikel. Sie können unter anderem Proteine und Nukleinsäuren transportieren und spielen eine Rolle bei der Kommunikation zwischen Zellen. Dieser biologische Mechanismus ist jedoch noch kein Nachweis dafür, dass ein angebotenes Produkt die Haut sichtbar und sicher verbessert. [9]

Bei exosomenhaltigen Produkten müssen Herkunft, Aufbereitung, Anwendungsweg und klinische Nachweise konkret geprüft werden. Ein Produkt zum Auftragen auf die Haut ist nicht deshalb für eine Injektion geeignet. Die US-Arzneimittelbehörde FDA warnte bereits 2019 vor schweren unerwünschten Ereignissen nach nicht zugelassenen, als exosomenhaltig vermarkteten Produkten. Das ist kein pauschales Urteil über die Zulässigkeit eines Produkts in Deutschland, unterstreicht aber die notwendige produktbezogene Prüfung. [10]

Informationen zur ärztlichen Beratung bei Bodywise finden Sie auf der Seite zur Exosomen-Unterspritzung in Heidelberg.

Welche Risiken vor einer Entscheidung besprochen werden sollten

Rötungen, Schwellungen oder Blutergüsse können nach Injektionen auftreten. Daneben unterscheiden sich die Risiken nach Material und Behandlungsregion. Bei Fillern sind unter anderem Infektionen, Knoten und auch verzögert einsetzende Entzündungsreaktionen möglich. Eine seltene, besonders ernste Komplikation ist der Verschluss eines Blutgefäßes mit möglichen Gewebeschäden; auch Sehverlust wurde beschrieben. [3], [5]

So bereiten Sie sich auf den ersten Termin vor

Beschreiben Sie, welche Veränderung Sie sich wünschen und was Sie nicht möchten. Beispielsweise: „Die Falte stört mich in Ruhe, aber meine Mimik soll erkennbar bleiben.“ Das hilft mehr als ein Produktname oder ein bearbeitetes Vergleichsfoto.

Bringen Sie eine Liste Ihrer Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel sowie vorhandene Behandlungspässe mit. Informieren Sie über Allergien, Erkrankungen, frühere Eingriffe und verwendete Präparate. Verordnete Medikamente, insbesondere Blutverdünner, dürfen Sie nicht eigenständig absetzen. Schwangerschaft, Stillzeit und akute Infektionen gehören ebenfalls angesprochen; je nach Verfahren kann eine Behandlung dann nicht infrage kommen. [1], [11]

In der Untersuchung werden Gesicht und Mimik, Asymmetrien, Haut und Gewebe beurteilt. Daraus ergibt sich, ob ein Verfahren geeignet ist. Auch Abwarten, weitere Diagnostik oder der Verzicht auf einen Eingriff können sinnvoll sein.

Konkrete Fragen für das Gespräch finden Sie in unserem Beitrag „Ästhetische Beratung: Welche Fragen vorab wichtig sind“.

Kosten und Nachsorge vorab klären

Ein Preis ist erst vergleichbar, wenn sein Bezug feststeht: Beratung, Materialmenge oder festgelegter Behandlungsumfang. Ein „ab“-Preis nennt noch keine verbindlichen Gesamtkosten. Klären Sie auch, welche Kontrollen enthalten sind und welche zusätzlichen Kosten entstehen können.

Die veröffentlichten Angaben stehen in der Preis- und Leistungsübersicht von Bodywise. Die Kosten einer ausschließlich ästhetischen Beratung erfragen Sie vorab; der Preis einer allgemeinen ärztlichen Beratung ist ihr nicht automatisch zuzuordnen.

Besprechen Sie erwartbare Reaktionen, den Zeitpunkt der Ergebniskontrolle und die Nachsorge. Planen Sie vor wichtigen Ereignissen ausreichend Spielraum für mögliche Schwellungen oder Blutergüsse ein. Lassen Sie sich erklären, wie Sie die Praxis bei Beschwerden erreichen.

Fragen für das ärztliche Gespräch

Dr. Michael Pees bietet bei Bodywise ärztliche Untersuchung und Beratung an. Im Gespräch werden Ihr Anliegen, Vorbehandlungen, Medikamente und gegebenenfalls weiterer Abklärungsbedarf besprochen. Sie können eine Beratung anfragen und deren Umfang und Kosten vorab klären. Mit dieser Anfrage wird weder ein Präparat ausgewählt noch eine Behandlung gebucht.

Dieser Beitrag erklärt medizinische Begriffe und ersetzt keine individuelle Untersuchung oder Aufklärung.

Medizinische Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 08.09.2026. Produktinformationen erläutern das jeweilige Präparat; sie bedeuten nicht, dass Bodywise diese Marke verwendet. US-amerikanische Angaben zu Zulassungen sind nicht auf Deutschland übertragbar.

  1. AbbVie: Fachinformation VISTABEL, Stand Januar 2024.

    Wirkmechanismus, zugelassene Anwendungen, Gegenanzeigen und Warnhinweise.

    https://www.fachinfo.de/fi/pdf/009611/vistabel-r-4-allergan-einheiten-0-1-ml-pulver-zur-herstellung-einer-injektionsloesung
  2. American Academy of Dermatology: Botulinum toxin therapy - FAQs.

    Allgemeiner Verlauf, Wirkungsdauer und mögliche Nebenwirkungen.

    https://www.aad.org/public/cosmetic/wrinkles/botulinum-toxin-faqs
  3. U.S. Food and Drug Administration: Dermal Fillers (Soft Tissue Fillers).

    Materialgruppen, Anwendungsbeispiele und Komplikationen. US-Zulassungen sind nicht auf Deutschland übertragbar.

    https://www.fda.gov/medical-devices/aesthetic-cosmetic-devices/dermal-fillers-soft-tissue-fillers
  4. Alexiades M et al. Dermatologic Surgery. 2023;49(7):682-688.

    Randomisierte Studie zu einem konkreten Hyaluronsäuregel und Hautqualität. DOI: 10.1097/DSS.0000000000003802. Herstellerfinanzierte Studie.

    https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10292578/
  5. U.S. Food and Drug Administration: Dermal Filler Do's and Don'ts for Wrinkles, Lips and More.

    Aufklärung, erwartbare Reaktionen und schwere Gefäßkomplikationen.

    https://www.fda.gov/consumers/consumer-updates/dermal-filler-dos-and-donts-wrinkles-lips-and-more
  6. Lampridou S et al. Journal of Cosmetic Dermatology. 2025;24(2):e16721.

    The Effectiveness of Polynucleotides in Esthetic Medicine: A Systematic Review. DOI: 10.1111/jocd.16721. Einige Autoren erklären Branchenverbindungen.

    https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11845969/
  7. Lee YJ et al. Journal of Dermatological Treatment. 2022;33(1):254-260.

    Randomisierte Split-Face-Studie zu PN und Hyaluronsäure in der Augenregion; online 2020. DOI: 10.1080/09546634.2020.1748857.

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32248707/
  8. Murray G et al. Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology. 2021;14(8):E69-E75.

    Guideline for the Safe Use of Hyaluronidase in Aesthetic Medicine, Including Modified High-dose Protocol.

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34840662/
  9. Mahmoud RH et al. Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology. 2025;18(4):33-40.

    Exosomes: A Comprehensive Review for the Practicing Dermatologist.

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40256340/
  10. U.S. Food and Drug Administration: Public Safety Notification on Exosome Products, 06.12.2019.

    Sicherheitswarnung zu nicht zugelassenen Produkten in den USA; keine Aussage über ein konkretes Bodywise-Präparat.

    https://www.fda.gov/vaccines-blood-biologics/safety-availability-biologics/public-safety-notification-exosome-products
  11. American Academy of Dermatology: Botulinum toxin therapy - Preparation.

    Vorerkrankungen, Medikamente und Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch.

    https://www.aad.org/public/cosmetic/wrinkles/botulinum-toxin-preparation

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